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Perspektiven zur Geschichte des jüngeren Widerstands
Rosa Flieder hat in ihren bisherigen Beiträgen (auf http://www.oegb.at/sozialgerecht/) immer wieder Stückchen aus der Geschichte des jüngeren Widerstands in Österreich anklingen lassen. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass die "Widerständigen" besonders seit Februar 2000 aber sicher schon Jahre davor eine Menge sehr interessanter Lernprozesse durchgemacht (dabei nehme ich mich selbst natürlich gar nicht aus, die Erfahrungen die ich im Zusammenhang mit dieser Entwicklung machen durfte, möchte ich nie und nimmer missen) und sich immer wieder den Forderungen - auch und vor allem an sich selbst - ihrer eigenen Ansprüche gestellt haben, worin sie eine überraschend große Ernsthaftigkeit entwickelten.
Z.B. das Thema Integration. Wenn mensch gegen Ausgrenzung auftritt, muss sie oder er zwangsläufig für Integration eintreten (gemeint ist hier eine wirkliche Integration, eine von beiden Seiten akzpetierte und gut geheißene Integration, nicht so ein Assimilationsdiktat, was uns die Regierung unlängt als Integrationsvertrag andrehen wollte. Joseph Marko hat in seiner Habil. die Unterschiede zwischen Assimliation und Integration haarfein herausgearbeitet).
Und natürlich kann gerade eine weitgehend mittellose und nur realtiv schwach organisierte (um nicht misverstanden zu werden, ich bewundere die Leute, die diese Initativen getragen haben, sie haben enormes investiert, und musste ihr volles Organisationstatlent entfachen, um das auf die Beine zu stellen, was auf die Beine gestellt wurde) Initiave gegen z.B. Ausländerfeindlichkeit ganz und gar nicht darauf verzichten, die von ihr implizit oder explizit erhobene Forderung in ihrer Arbeit selbst zu leben - sie hätte sonst jede Glaubwürdigkeit verloren.
Besonders eines war für mich ungeheuer wichtig zu lernen. Es betrifft den Umgang mit der Freiwilligkeit. Den Initiativen, die in diesem Umfeld entstanden sind, stand zumeist nicht viel mehr Kapital zur Verfügung als die vielen freiwillige erbrachten Leistungen. In unserer von Wirtschaftlichkeitserwägungen und den damit verbunden Abhängigkeiten dominierten Welt bedeuet es eine ganz schöne Umkehr im Denken, wenn mensch plötzlich eine Struktur aufbauen soll, die nicht von Abhängigkeiten bestimmt wird, sondern die von dem getragen wird, von dem die Leute überzeugt sind (sonst würden sie es schließlich nicht freiwillig machen). Es ist nicht leicht einzusehen, dass etwas nur dann passiert, wenn es freiwillig passiert (oder es passiert einfach nicht), wenn mensch daran gewöhnt ist, eine entsprechende Summe Geldes hinzublättern und die dazugehörige Leistung geliefert zu bekommen.
Das mit dem Bestellen und Geliefert-bekommen funktioniert in dem Zusammenhang nicht so wirklich. Es hilft auch nicht viel, wenn alle vom selben überzeugt sind, aber nur rein funktionelle Beziehungen zu den MitstreiterInnen aufbauen. Irgendwie ist das auch nicht das Gelbe vom Ei - wenn mensch immer nur als Funktion auftritt, das macht mensch sicher nicht lange freiwillig. Darin bestand und besteht wohl die Kunst und es ist auch Grundlage für jede größere Aktion: ein Beziehungsnetz aufzubauen, das im Bedarfsfall sehr schnell aktiviert werden kann.
(Fortsetzung folgt. Vielleicht)
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