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Web Accessibility
"We
need to deliver assistive technology and relevant content to every person with
a disability on the planet" Jim Fruchterman Ein Teil der Menschen mit Behinderungen nutzt
Computer und Internet erheblich stärker als die sonstige Bevölkerung. Das liegt
daran, dass für sie die Verbesserung durch IKT viel stärker spürbar ist. Ein
Beispiel: Ein blinder Mensch will einen neuen Pullover kaufen. Er fährt dazu
nach Wien Meidling, in die Fußgängerzone. Dummerweise wird der Bahnhof Meidling
umgebaut und Alberto verliert die Orientierung. Er steht mitten zwischen
gestressten Menschenmassen und weiß nicht, wen er fragen soll. Glücklicherweise
spricht ihn plötzlich eine Bekannte an. "Julia, dich schickt der Himmel!"
Alberto ist heilsfroh, dass Julia ihm endlich den Weg zeigt.
Im Internet kann das
glücklicherweise nicht passieren. Wirklich nicht? Es gibt nach wie vor genug
Websites, die ihre User in die Irre schicken. Nicht nur die blinden. Dennoch ist zum Beispiel ein
Bestellvorgang über das Internet für Menschen mit Behinderungen eine noch
erheblichere Vereinfachung des Alltags, als für andere. Selbst wenn man sich
dabei verläuft.
Je stärker IKT und AT Menschen mit
Behinderungen und ältere Menschen in die Lage versetzen, selbständig an immer mehr
Bereichen des Lebens aktiv teilzunehmen, desto stärker müssen daher auch die
Bestrebungen im Bereich Barrierefreiheit und Zugänglichkeit zur Selbstverständlichkeit
werden. Wie wichtig das Thema Web
Accessibility inzwischen ist, lässt sich auch an dem breiten Raum, den es
innerhalb der ICCHP ablesen. Vier Schwerpunkte beschäftigen sich
damit:
Besonders der erste scheint für eine
Multiplikator-Funktion geeignet. Die Studierenden lernen Accessibility zwar
lieber unter dem Gesichtspunkt der Zugänglichkeit für die verschiedensten
hippen Geräte. Aber egal. Die technischen und gestalterischen Anforderungen
sind in vielerlei Hinsicht dieselben.
Die ICCHP ist bereits mit ihrem
Motto, der Gleichung "equality = e-Quality", auf die Notwendigkeit, Systeme und Services
des täglichen Lebens für alle denkbaren Nutzerinnen und Nutzer zu öffnen und dadurch
mehr "Equality" - Gleichberechtigung - herzustellen, eingegangen. Die
Fortschritte auf diesem Gebiet, vor allem in den hochindustrialisierten Ländern
der westlichen Welt, sind atemberaubend - und doch fehlt angesichts einer immer
vernetzteren Welt noch die Umsetzung von (e)-Inclusion als globales Ziel. Deshalb geht die ICCHP 2008 auf
genau diesen wichtigen Aspekt ein, indem sie die globale Bedeutung von AT und e-inclusion als
Motto herausstreicht
- und erneut neben großen technischen Errungenschaften und
wissenschaftlichen Erkenntnissen die simple Wahrheit ins Gedächtnis zurückholt, dass die
Mehrzahl der Menschen mit Behinderungen weltweit keinen Zugang zu IKT und AT und
damit keine Chance auf gesellschaftliche Teilhabe und Integration hat.
Eines der Highlights der Konferenz
war die heutige Keynote-Lecture von Jim Fruchterman, der genau diese globale Dimension
der e-inclusion mit den Wortenzusammenfasst.
Am Freitag, 11. Juli ab 15:45 findet
übrigens an der Johannes Kepler Universität Linz die Web Accessibility 2.0 Party statt.
Druckfreundliche Darstellung
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