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Public Value und Private-Public Damage

Die neokonservativ-liberalen Eliten und ihre Wasserträger haben gerade ein Meisterstück abgeliefert. Sie haben die größte Wirtschaftskrise seit 80 Jahren auf Kosten der Öffentlichkeit saniert.

Die Top-Banker
, die die Krise verursacht haben, haben sich in den USA sofort bis zu kolportierten unglaublichen 50 % der Steuergelder mit Grins und Grinses-Grinsen als Boni ausbezahlt.

Die EU-Spitzen
diskutieren mit Chuzpe - unter dem sanften Druck der EU-Lämmer - wie das für die ebenfalls leicht gebeutelten Eurobanker legitimiert werden könnte. Es zeichnet sich ein Kompromiss ab, der so zum Himmel stinkt, dass sofort das Jüngste Gericht über die Welt herein brechen müsste, wenn dort wer mit einem Funken Gerechtigkeitssinn sitzen würde.

Die privaten Medieneigner in Österreich haben vor der ernüchternden Krise ein kleines Bereicherungsexperiment gestartet. Sie haben den ORF bei der Generaldirektion IV der EU-Kommission angeschwärzt.

Das Spiel läuft - wie bei der Privatisierung von Wasser, nur noch etwas dreister, denn die öffentliche Meinung ist halt noch viel mehr öffentliches Gut als Strom und Wasser etc.

Das schlechteste aus der Welt des Staates wird einer idealistierten Marktwelt gegenübergestellt. Staatsversagen wird aufgebläht und Marktversagen wird ausgeblendet - von etablierten ÖkonomInnen und anderen PublizistInnen und MacherInnen der Öffentlichen Meinung. Einem - im Kern einigermaßen gesunden - öffentlichen Unternehmen wird so lange ans Zeug geflickt, bis es zumindest teilpriviatisierungsreif ist.

Die großen privaten Medien und ihre Shareholder
sind ja in einer günstigen Lage, denn den Private-Public Damage den solche Unternehmen verursachen könnte nur der ORF diskutieren - oder die freien Medienwinzlinge bzw. die Mediennischen der Zivilgesellschaft. Der ORF war nach sechs Jahren neo-konservativer Unterminierung schon fast schlachtreif und  ist nun großkoalitionär teil-paralysiert.

Die privaten Massenmedien in Österreich sind heute nur in vernachlässigbaren Nischen emanzipatorisch. Sie bedienen Werbe- oder PR-Interessen zahlungskräftiger Unternehmen, NGOs, Regierungsstellen oder Parteien.

Einige Beispiele zur bemerkenswerten Mediokratie im Ländle

Die Vorarlberger Landesregierung kauft bei Format eine Story über die Vorarlberger Architektur. Die Vorarlberger Nachrichten, die nach 1945 die Rechte Hand des NS-Gauleiters in eine Spitzenposition hieften, kehren seither alles wenig Gefällige unter den Teppich und sind eines der effizientesten plutokratischen Sprachrohre der Welt. NS-Propagandatechnik die mit Kreidestaub zum republikanischen Wendehals Medienkonzern mutierte.

Das KROKUWAZFORMIL-Syndrom und seine systematischen kleinen Brüder und Schwestern produzieren heute wie publizistische Studien belegen zu 80 % journalistischen Sondermüll, der - versteckt oder offen - Werbe- und PR-Strecken umplätschert. Die privaten Radios in Österreich sind ein Musterbeispiel für repressive Entsublimierung im Sinne eines Herbert Marcuse.

Diagnose: die östereichischen privaten Medien sind im Vergleich zum ORF echt krank und zwar an Haupt und Gliedern. Die freien und zivilgesellschaftlichen Medien sind so verhungert, dass höchstens homöopatische Hoffnung auf Aufklärung der medialen Düsternis in Österreich besteht.

Emanzipatorische Medienpolitik zur Rettung der Gesellschaft vor einer systematisch korrumpierten Mediokratie

  1. Gebühren, Abgaben, Presseförderung soll nur bekommen, wer einen Public Value Test und einen Public Damage Test besteht. 
  2. Regulierungen, Steuern auf Tittitainment, PR-Abgaben, eine scharfe Kartellkontrolle etc. für alle Medien könnten die aus dem Ruder der Gemeinschaft gelaufenen Medien wieder auf einen Kurs zum Wohle der Allgemeinheit bringen.
Es ist nur notwendig den Wald vor lauter Bäumen im Nebel der Lobbygranaten wieder zu erkennen und ihn nachhaltig zu pflegen und zu hegen.

Negative externe Effekte wie die journalistische Verschmutzung der öffentlichen Meinung  sind
  1. endlich öffentlich zu sanktionieren und
  2. systematische Settings zur Produktion emanzipatorischer Publizistik zu befördern.
Diese Reformen müssen mit allen friedlichen Mitteln erkämpft werden, wenn die von zu Fallenstellern verkommenen Jagdherren waidwunde und golfgeschlegelte, nobelkorrumpierte Demokratie in Österreich wieder genesen soll.

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