Trennung von Kirche und Staat

Die Werte des Glaubens sind für religiöse Menschen im Vergleich zu nichtreligiös definierten Werten dominant. Anders bei nichtreligiösen Menschen. Dennoch ist festzustellen, dass die Religion religiösen und nichtreligiösen Menschen noch heute im Alltag ständig begegnet. Beispielsweise die Frage nach dem Religionsunterricht an den Schulen, oder der Eid bei Gericht, der mit religiöser Formel gesprochen werden kann.

Bei religiösen Menschen gelten die Gebote als Gesetz. Diese Gebote – Gesetze – bestehen in ihrer Form und ihrem Wortlaut von Anbeginn und wurden nicht mehr geändert. Der Glaube der Gläubigen fußt auf einem oder mehreren Göttern. Anders bei den weltlichen Gesetzen, die von Menschen gemacht wurden und ständig geändert werden.

Umgesetzt wird von einigen Religionen eine Geringschätzung oder gar Diskriminierung von nichtreligiösen oder andersgläubigen Menschen. Als Irrgläubige werden die Atheisten bezeichnet. Ihnen wird sogar ein Mangel an Moral und Werten unterstellt.

Trennung Staat und Religion auf plattform

Religion und ihre Moral

Deutschlandweit und sogar weltweit gehört die Kirche zu einem der größten Arbeitgeber. Aber dieser Arbeitgeber fordert eine religionskonforme Lebensweise von seinen Angestellten. Betrifft dies Ämter und Funktionen, in denen es um die Verkündigungen der Lehren des Christentums geht, ist dies gerechtfertigt. Weniger verständlich ist diese Vorgehensweise bei Menschen, die in christlichen Krankenhäusern oder Kindergärten tätig sind.

Noch heute versuchen kirchliche Arbeitgeber Tarifverträge auszuhebeln. Es wird der Kirche, der Weimarer Reichsverfassung folgend, zugestanden eigenes „Arbeitsrecht“ zu definieren.

Daraus ergibt sich die Erkenntnis, dass wir in keinem säkularen Staat leben. In Deutschland wurde bisher keine deutliche Trennung zwischen Staat und Kirche vollzogen. Das beste Beispiel ist die Finanzierung von Gehältern der Bischöfe und Religionslehrer von Geldern, die eigentlich eher für Beamte einzusetzen sind, da sie nicht aus Einnahmen durch Kirchensteuern stammen. Dies unterstreicht auch eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes. Dort wurde entschieden, dass es kein Recht auf Ethikunterricht an Stelle der religiösen Unterweisung in Deutschland gibt.

Finanzierung kirchlicher Missionen

Aufgrund der Tatsache, dass bei Menschen im arbeitsfähigen Alter der Staat die Mitgliedsbeiträge für die Kirche, eingefordert werden, ergibt sich die Frage der klaren Trennung erneut. Auch bei der Erhebung der Steuern steht die Frage nach der kirchlichen Zugehörigkeit im Raum. Atheisten können bemängeln, dass von ihren Steuergeldern viele Dinge finanziert werden, die eigentlich, aus ihrer Sicht, nichts mit ihrer Lebensthese zu tun haben. Beispielsweise:

– Ausbildung von Theologen

– Gehälter von kirchlichen Würdenträgern

– Instandhaltung von Kirchenbauten

– Religionsunterricht

– Arbeitsablauf (Gehälter usw.) der kirchlichen Krankenhäuser oder Kindergärten.

Staat und Steuern – Kirchensteuern

Die Kirchensteuer wird vom Staat gegen einen Verwaltungsaufwand von bis zu 4 % eingetrieben. Bei den Bezahlungen für kirchliche Würdenträger ist es nur die des Bischofs und nicht wie einst berichtet auch die der Priester, welche aus dem normalen Steueraufkommen beglichen werden. Das monatliche Einkommen von einem Bischof beträgt zwischen 7.800 bis 13.000 Euro. Es ist davon auszugehen, dass es rund 460 Millionen Euro sind, die an die Kirchen gehen, welche nicht aus der Kirchensteuer stammen.

Resümee

Zu einem modernen und aufgeklärten Staat passt keine Privilegierung einer Religion. Gefordert ist eine Chancengleichheit und Rechtsgleichheit. Die Voraussetzung dafür ist eine Trennung von Kirche und Staat. Klar müsste die Trennung von Kirche und Staat in allen Bereichen erfolgen. Der Staat wäre dann auch nicht mehr zuständig die Kirchensteuern einzutreiben und die Kirche mit staatlichen Geldern zu unterstützen und ihr Sonderrechte einzuräumen.